Wie Befunde so dokumentieren, dass sie
vor Gericht verwertbar sind?

 

Ärztinnen und Ärzte nehmen zwangsläufig eine wichtige Rolle beim Schutz insbesondere von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt ein. Dass häusliche Gewalt ein flächendeckendes Problem, zeigt u.a. das Bundeskriminalamt, welches alleine für 2018 über 114.000 Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen statistisch ausweist. Eine sehr hohe Dunkelziffer muss man leider zusätzlich annehmen.

Das Ärzteblatt berichtete über ein Symposium „Häusliche Gewalt und Kindeswohl“, das schon Ende 2018 stattfand: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99199/Haeusliche-Gewalt-Hilfe-durch-Aerzte-entscheidend. Besonders erschreckend ist die fast vierfach erhöhte Vulnerabilität von Kindern mit Behinderungen.

Die Medical Tribune hat in diesem Artikel sehr gut zusammengefasst, wie Ärztinnen und Ärzte vermutete Gewaltdelikte überhaupt erst erfragen können und eben auch, wie diese gerichtsfest dokumentiert werden können: https://www.medical-tribune.de/meinung-und-dialog/artikel/gewalt-gegen-frauen-ansprechen-und-gerichtsfest-dokumentieren/

In diesem Artikel wird auch auf die MED-DOC-CARD verlinkt (vom rechtsmedizinischen Institut der Uniklinik Düsseldorf), die sehr kompakt und ganz konkret praktische Anleitung zur Dokumentation von häuslicher Gewalt bietet. Diese Karte, die Sie sich einfach ausdrucken können, beinhaltet u.a. auch ein Metermaß und eine Farbskala für die bildhafte Dokumentation: http://www.befund-gewalt.de/tl_files/content/Bilder/MED-DOC-CARD%2015062008.pdf